Anbau in den Wäldern - Langfassung

Schon die frühen Ginsengsucher waren in Sorge um den Bestand. Nach einiger Zeit wurden nicht mehr alle Wurzeln ausgegraben, sondern die besten und stärksten Pflanzen an einem geheimen Ort neu angepflanzt und neu kultiviert. Die Lage dieses Ortes wurde nur auf dem Totenbett verraten.

 

Seit Mitte der 1980er Jahre wurde in Australien, Neuseeland und den USA verstärkt Ginseng in den Wäldern angebaut, wo er unter Akazien, Eukalyptus- oder Teebäumen ein schattenspendendes Dach erhält. Da er im Vergleich zum koreanischen Ginseng leichter zu kultivieren ist, wird hierfür bisher jedoch nur der amerikanische Ginseng Panax quinquefolius verwendet.

 

Ginsenganbau in Wäldern (Bild: http://www.hardingsginsengfarm.com)

 

 

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten des Anbaus in den Wäldern: woods cultivation und wild simulation. Bei der woods cultivation wird der Waldboden vor der Pflanzung tiefgepflügt und kleine Bäume, Stümpfe und Wurzeln entfernt – der Waldboden wird wie ein Feld vorbereitet.

 

Bei der wild simulation wird nicht tiefgepflügt, sondern nur der Waldboden etwas freigemacht. Im Herbst wird das Laub weggeharkt, die Saat auf den Boden gegeben und dann das Laub wieder darüber verteilt. Diese Methode imitiert den natürlichen Vorgang und erfordert wenig Unterhaltungsaufwand, der Erfolg ist dabei aber auch hauptsächlich von der Qualität des Bodens abhängig.

 

Ein mögliches Problem beim Waldanbau stellt die Wilderei dar. Den größten Schaden zumindest auf der Südhalbkugel verursachen jedoch Nagetiere wie Kaninchen, Wasserratten, Wallabies oder Wombats, die in einer Nacht große Mengen an Ginseng vernichten können. Der größte „Feind“ der Wurzel ist hierbei der Fuchskusu - da er jedoch in Australien unter Schutz steht, können bisher nur Zäune oder Holz- und Drahtkäfige gegen ihn eingesetzt werden.

 

Insgesamt erweist sich der Ginsenganbau in den Wäldern bisher als nicht so produktiv wie der Anbau auf dem Feld.

 

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