Die frühesten Ginseng-Kulturen sind im Südosten der Mandschurei und in Nordkorea zu finden, wo wahrscheinlich vor rund 800 Jahren mit dem Anbau begonnen wurde. Seit dem 18. Jahrhundert sind Ginsengplantagen in Japan zu finden, seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch in China. In Nordamerika, Australien und Neuseeland wird hauptsächlich der amerikanische Ginseng angebaut.
Heute gedeiht die Pflanze bei entsprechendem Klima in allen Teilen der Welt. Auch in Deutschland wird der koreanische Ginseng bereits seit über 20 Jahren angebaut und verarbeitet: Das Konzept der FloraFarm in Niedersachsen ist bundesweit einzigartig.
Auch heute noch orientiert sich der Anbau an den alten Traditionen. In Nachahmung der Natur wird die Aussaat im Herbst in wenigen cm Tiefe vorgenommen. Bei wild wachsenden Pflanzen fallen die ausgereiften Ginseng-Früchte mit dem Samen im Herbst auf den Waldboden und werden von einer dicken Laubschicht überdeckt – in Kulturen wird alternativ z.B. eine Strohdecke aufgebracht. Während der Wintermonate sind die Samen mehrere Male Frost ausgesetzt. Die extremen Temperaturen sind notwendig, damit die Keimfähigkeit im übernächsten Frühjahr voll entfaltet ist.
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Ginsenganbau unter Schattendächern (Bild: FloraFarm)
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Da Ginseng in der freien Natur als Unterwuchs unter verschiedenen Bäumen zu finden ist, werden die Beete auf Plantagen zur Imitation des Laubdaches mit einer schattenspendenden, aber nicht regendichten Bedachung überbaut. Der Boden muss locker und trocken gehalten werden, da Ginseng bei Staunässe faulig und krank wird.
Nach wie vor lässt sich Ginseng fast vollständig nur in Handarbeit anbauen. Sie reicht von der Vorbereitung und Bearbeitung des Bodens über die sorgfältige Pflege der Pflanzen und das Entfernen von Unkräutern und Schädlingen bis zur Ernte der Wurzeln nach vier bis sechs Jahren. Von der Anlage eines Feldes bis zur ersten Ernte vergehen insgesamt rund zehn Jahre. 30 Jahre danach ist auf dieser Fläche kein erneuter Ginseng-Anbau möglich.






