Auch die geistige Leistungsfähigkeit wird durch die Einnahme von Ginseng deutlich gesteigert. Nachgewiesen wurde dies in verschiedenen Studien, von denen einige nachfolgend vorgestellt werden.
In einem Versuch mit einer Gruppe von Funkern und Telegrafen, deren Tätigkeit präzise Motorik und Konzentrationsfähigkeit verlangt, wies Brekhman den Einfluss von Ginseng nach. Ein definierter Text musste in fünf Minuten, d.h. in diesem Fall zwei Minuten weniger als üblich, durchgegeben werden. Die Hälfte der Teilnehmer hatte Ginseng eingenommen, die andere Hälfte ein Placebo. Auch die Placebogruppe gab daraufhin den Text in höherer Geschwindigkeit durch, machte allerdings auch mehr Fehler. Die Ginsenggruppe war ebenfalls schneller als üblich, hatte darüber hinaus jedoch eine deutlich geringere Fehlerquote.
Die Universität Uppsala führte mit Studenten eine Doppelblindstudie zur Konzentrationsfähigkeit durch. Bei der ersten Aufgabe mussten diese mit einem Stift der Spur eines spiralförmig angeordneten Labyrinths folgen, ohne die Ränder zu berühren – die Ginsenggruppe machte hierbei nur halb so viele Fehler wie die Vergleichsgruppe. In einem zweiten Test mussten auf einem Blatt mit wahllos zusammengestellten Buchstaben bestimmte davon nach drei unterschiedlichen gleichzeitig anzuwendenden Regeln angekreuzt werden. Hier war die Fehlerquote der Studenten, welche Ginseng genommen hatten, um rund zwei Drittel geringer als die derjenigen, die nur ein Placebo bekommen hatten.
Die Veränderung der Reaktionsfähigkeit durch die Einnahme von Ginseng wurde in einem Versuch zum Hören und Sehen nachgewiesen. Die Versuchsteilnehmer mussten durch Knopfdruck möglichst schnell auf ein Licht- bzw. Tonsignal reagieren. Nach der Gabe von Ginseng war die Reaktionsfähigkeit um 80% höher. Interessanterweise war sie bei der Placebogruppe ebenfalls erhöht, wenn auch nur um 17% - dies zeigt jedoch, dass z. T. auch der Glaube an die Heilwirkung schon einen Einfluss haben kann.
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